27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Das Objekt zum Subjekt machen

Jüdische Alltagskultur im Unterricht

13:00 - 13:45 Uhr Fr. 28. März
Veranstalter: Universität Leipzig

Kurzbeschreibung

Eine Vorstellung der drei Themenhefte des Dubnow-Instituts rund um jüdische Alltagskultur.

Beschreibung

Was hat eine Zeitschaltuhr mit Judentum zu tun? Warum gibt es in Israel so viel veganes Essen? Und warum wird in den meisten jüdischen Gemeinden in Deutschland Russisch gesprochen? Das und noch viel mehr vermitteln die drei Themenhefte des Dubnow-Instituts, die hier vorgestellt werden.

Im Schulunterricht und der politischen Erwachsenenbildung stehen Fragen der Wissensvermittlung jüdischer Geschichte und Kultur häufig unter dem Primat der Antisemitismusprävention. Hinter der angestrebten Befähigung, Antisemitismus zu erkennen, kommt indes die Vermittlung von Wissen über das Judentum als Religion, über jüdische Geschichte und Kultur sowie über gegenwärtiges jüdisches Leben in Deutschland in der Regel nicht vor. Die Beschäftigung mit dem vielfältigen und wandelbaren jüdischen Leben wird schlicht vergessen. Diese Schlagseite zuungunsten einer Vermittlung von Wissen über jüdische Geschichte und Kultur kommt nicht von ungefähr. Genau genommen ist das Bild jüdischen Lebens in Deutschland seit Jahrzehnten geprägt von Fehlwahrnehmungen und Leerstellen. Die Gründe dafür sind primär in der Erfahrung des Nationalsozialismus und seiner Aufarbeitung zu suchen, die zu einer Engführung jüdischer Geschichte auf einen vermeintlich ausschließlichen Erfahrungszusammenhang von Verfolgung, Antisemitismus und Holocaust geführt hat. Dahinter tritt nicht nur die Pluralität jüdischen Lebens zurück; damit einher geht auch ein fragmentiertes oder vermindertes Wissen über die religiöse und lebensweltliche Praxis des Judentums, das dazu führt, dass mitunter selbst wohlmeinende Problematisierungen antisemitischer Einstellungen projektive Wahrnehmungen als solche nicht erkennen bzw. diese transportieren.

Wie aber lässt sich Wissen über jüdische Alltagskultur im Unterricht lebensnah vermitteln und wozu kann es beitragen? Das Team vom Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur ‒ Simon Dubnow diskutiert in seiner Präsentation diese Fragen und stellt (s)eine Antwort darauf vor: die ersten beiden Themenhefte für den Unterricht, die im BMBF-Projekt „Das Objekt zum Subjekt machen. Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln“ entstanden sind. Diese widmen sich der Vermittlung von Grundlagen jüdischer Religionspraxis wie Jahreslauf, Speisegesetzen, Schächten und Beschneidung (Heft 1) bzw. behandeln Fragen der Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland anhand der Themen Kippa, Architektur, Gesellschaft und Gemeinden (Heft 2). Zugleich wird auf den Einschnitt eingegangen, den der 7. Oktober 2023 für jüdisches Leben in Deutschland darstellt. Aktuell arbeitet das Team am dritten Themenheft, das sich mit jüdischer Begräbniskultur beschäftigen wird.

Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Forum Unibund  (Halle 2, Stand C301)

Aussteller

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