Ein unterhaltsamer Roman über das Wohnen, das gerade in den Städten immer mehr zum Luxus wird.
Beschreibung
Zweiundzwanzig Stockwerke in einem schiefen Gemeindebau-Hochhaus, ein futuristisches Neubauprojekt mit KI und drei Menschen, die ihr Leben neu ordnen. In der „Nullzone“ prallen die Lebensentwürfe der Hausmeisterin Elfi, des Paketboten Rachid und des Zukunftsforschers Gabor aufeinander. Isabella Straub erzählt eine sehr unterhaltsame Geschichte, bei der man laut auflachen muss, die aber auch existenzielle Fragen aufwirft: Gibt es ein Grundrecht auf Wohnen? Und wie viel brauchen wir eigentlich zum Leben? Im Mittelpunkt des Romans steht der Kratzer, ein schiefes Hochhaus in der sogenannten Nullzone, einem Stadtentwicklungsgebiet am Wiener Stadtrand: Der Kratzer soll einem Luxus-Immobilien- Projekt weichen und Unmut macht sich unter den BewohnerInnen breit. Das Gemeindebau- Hochhaus ist nicht das einzige, das bröckelt: Auch die Lebensentwürfe der drei ProtagonistInnen – zwei wohnen im Kratzer, einer plant, in eine der hochmodernen KI-Waben aus dem 3D-Drucker zu ziehen – erfahren eine Neuausrichtung: Alle lügen auf ihre Weise die Wahrheit herbei. Gabor Sperling ist Zukunftsforscher und leitet das Institut für Technikfolgenabschätzung. Er ist Spezialist für künstliche Intelligenz und u.a. Jurymitglied in der Start-Up-Investorenshow „Gladiator“. In letzter Zeit fällt er immer öfter Entscheidungen, die er sich selbst nicht erklären kann. Die folgenschwerste ist wohl die Unterschrift unter einen Kreditvertrag für eine neue Wohnung in einer der futuristischen Waben in der so genannten Nullzone. Elfi Hrbala ist Hausmeisterin im Kratzer. Durch einen Abriss des Hochhauses würde sie ihre Arbeit verlieren und sie hat noch weitere Ängste. Mit Medikamenten versucht sie, das Verschwinden ihres Sohnes Jeremy zu vergessen. Weil sie immer noch auf seine Rückkehr hofft, tut sie alles, um den Abriss des Wohnturms zu verhindern. Ihre gesamte Existenz steht dabei auf dem Spiel. Rachid Ayoub ist Paketfahrer bei „Hubmann Logistics“ und seit kurzem wieder single. Überzeugt davon, für Größeres bestimmt zu sein, hat er zwei Ziele: Er möchte seine Ex-Freundin Daria zurückgewinnen und raus aus dem prekären Arbeitsverhältnis als Paketbote und sich als selbständiger Drohnenlieferant eine Zukunft aufbauen. Er wohnt mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder im Kratzer und gerät zufällig an die Speerspitze der Protestbewegung #jesuiskratzer. Die 22 Kapitel stehen für die 22 Stockwerke des Hochhauses, das abgerissen werden soll. Das letzte Kapitel (D) bezeichnet den tatsächlichen Ort des Geschehens: das Dach des Kratzers. Dort spielt sich die schicksalhafte Schlussszene ab, der Showdown, der allen drei Romanfiguren ihren eigenen Weg in die Zukunft weist. Der Roman beschäftigt sich mit sozialen Missständen in der Immobilienlandschaft und wirft Fragen darüber auf, ob es ein Grundrecht auf Wohnen gibt und wie viel man zum Leben braucht. Isabella Straub taucht tief in die Persönlichkeit ihrer Romanfiguren ein und schafft so einen ironischen und ungemein unterhaltsamen Text, der satirische und sozialkritische Komponenten mit einander vereint.