02.04.2025 Leipziger Buchmesse

Neues Forum Mensch und KI widmet sich brennenden Fragen

Kaum einer kommt aktuell an ihr vorbei: künstliche Intelligenz (KI). In diesem Jahr widmete ihr die Leipziger Buchmesse erstmals ein eigenes Gesprächsforum. „Mensch und KI: Schöne neue Welt?“ beleuchtete positive wie negative Aspekte der neuen Technologie und ihre Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche.

Die Diskussionsrunden im neuen Forum stießen auf lebhaftes Interesse. Das Publikum war eingeladen, sich zu beteiligen, und nutzte die Gelegenheit sowohl im Vorfeld der Messe als auch auf dem Forum, die Fragen zu stellen, die es in puncto KI bewegt. Expert:innen, Autor:innen, Künstler:innen, Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen, die sich mit der Technologie beschäftigen, kamen zu Wort und näherten sich dem Thema im Austausch miteinander und mit den Zuhörenden. Besprochen wurde der Einfluss von KI auf Demokratie und Politik, Kunst und Kultur, Gesellschaft, Soziales und Bildung sowie Medien und Propaganda.

Vor vollen Reihen sprach beispielsweise Kommunikationswissenschaftler Christian Pentzold mit Digitalpolitikerin Anke Domscheit-Berg über die sozialen und ökonomischen Auswirkungen von KI und die Frage, wer von KI profitiert und wie sich Machtverhältnisse verschieben. Wird KI ein Segen für die Nutzenden sein oder zur Totalüberwachung durch Staaten und private Unternehmen führen? Dabei ging Anke Domscheit-Berg insbesondere auf den derzeitigen KI-Einsatz hierzulande ein – im Vergleich zu unseren Nachbarländern, die, wie die Niederlande oder Österreich, bereits KI-Skandale verkraften mussten. Um diskriminierungssensible KI ging es in der Diskussionsrunde mit den Expert:innen Kenza Ait Si Abbou, Elisa Lindinger und Katharina Mosene. Sie erklärten, wie Vorurteile in Datensätzen entstehen, welche Verantwortung Entwickler:innen und Unternehmen tragen und wie politische Rahmenbedingungen zum Einsatz fairer Technologien beitragen können. Spannend war dabei auch die Frage, ob technische Lösungen allein Abhilfe schaffen können oder ob wir nicht auch eine breite gesellschaftliche Veränderung brauchen. Über ethische Regeln im Umgang mit KI sprach Medizinethikerin Alena Buyx mit Florian Schwiecker, der in einem KI-Medizin-Unternehmen arbeitet. Gerade weil KI im medizinischen Bereich in Zeiten des Fachkräftemangels unerlässlich sei, brauche es klare ethische Regeln und Grenzen für deren Einsatz.

Weitere Veranstaltungen näherten sich der kontroversen Technologie aus den Perspektiven etwa des Journalismus, des Urheberrechts, der Demokratie, des kreativen Schaffens von Künstler:innen oder von Social Media. Das Publikum erhielt tiefe Einblicke in die aktuelle Debatte und in konkrete Ansätze für eine Zukunft, in der KI den Menschen dient – und nicht umgekehrt.

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